Informationen zu Bronzeskulpturen

Bronze - von der Antike bis zur Moderne


Bronzefigur Bronzeskulptur
Seit zwei Generationen befasst sich Familie Rottenecker mit einem der ältesten Handwerke überhaupt: dem Kunstguss. Sinn und Zweck ist die Herstellung oder Kopie eines plastischen, künstlerischen Objekts in echter Bronze.
Bronze, eine Legierung aus Kupfer und Zinn mit keinen oder nur sehr geringen Beimengungen anderer Elemente, gilt als eine der ersten, gezielt von Menschen erstellten und genutzten Legierungen. Sie waren Meister ihres Handwerks und in der Gesellschaft hoch angesehen: die Bronzegießer. Sie mischten Kupfer mit Zinn und bekamen ein Metall, das sie nach Belieben zu Waffen, Werkzeugen und Schmuck formen konnten. Von Vorteil war dabei, das Bronze sehr korrosions- und meerwasserbeständig sowie verschleißfest ist. Um an die wertvollen Rohstoffe zu gelangen, betrieben die
Menschen Handel über Tausende von Kilometern hinweg. Bronze bedeutete Reichtum, Ansehen und Macht. Das Material war für die Menschen damals so wichtig, dass es einer ganzen Epoche ihren Namen gegeben hat: der Bronzezeit.
Die Herstellung von Bronze hat - so schätzt man - zwischen 2500 und 2000 v. Chr. in Vorderasien begonnen. Auch heute im Zeitalter der Bits und Bytes nimmt Bronze eine herausragende Stellung unter den Werkstoffen ein. Aufgrund der hohen Qualitätsstandards gibt man in der familieneigenen Gießerei noch immer dem traditionellen Wachsausschmelzverfahren den Vorzug, wobei einzelne Serien durchaus auch im Sandguss oder Schleuderguss produziert werden.
Vom Urmodell einer Skulptur oder eines Reliefs wird eine flexible Negativform erstellt. Je nach Verfahren erfordert die Herstellung ein mehrmaliges Abformen vom Modell bis zur fertigen Kopie. Die Negativform wird beim Abguss zerstört. Deshalb muss für jede
weitere Kopie eine neue Form angefertigt werden. Die Erstellung eines qualitativ hochwertigen Kunstgussobjektes ist aufwändig und erfordert ein hohes Maß an Erfahrung und Können der Gießmeister. Bei Einzel- und Sonderanfertigungen entstehen die oft als enorm hoch empfundenen Kosten im Wesentlichen durch die Arbeit des beteiligten Künstlers und des Kunstgießers und weniger durch die Materialkosten.
Innerhalb des Kunstgusses nimmt der Bronzeguss eine ganz besondere Stellung ein.
Die Verfahren - während der Bronzezeit entwickelt - werden noch heute verwendet. Über die Jahrtausende wurde die Technik lediglich verfeinert und erweitert. Trotz maschineller Unterstützung werden Bronzen auch heute fast ausschließlich in reiner Handarbeit hergestellt.
 

Die Entstehung einer Figur



Bronze - das edle Metall der Antike

Bereits 1800 v. Chr. wurde in unseren Regionen das edle Metall entdeckt. es wurde zunehmend begehrt und gefragt. Schon damals erkannten unsere Vorfahren den hohen Wert dieses Material, das die Lebensgewohnheiten in einem bis dahin nicht vorstellbaren Maße änderte.
Aus allen Ländern der Welt sind uns heute Bronzen überliefert, die uns zeigen dass der Mensch nicht nur die Einsatzmöglichkeiten und den Nutzen hieraus erkannte.
Den Wert, den er diesen Skulpturen beimaß, zeigte er in einer kunstvollen und harmonischen Formgebung: die Streitaxt war nicht nur ein nützlicher Gegenstand, sie zeigte auch die Würde des Besitzers.

Künstler Guido Mariani

1. Schritt: Entwurf des Künstlers

Am Anfang steht der Entwurf des Künstlers, inspiriert durch eigene Ideen, Fotos, Zeichnungen etc. Wenn er ein Werk anstrebt, beginnt er mit der Gestaltung des Modells in Ton, alternativ in Gips. Das Foto zeigt dem Künstler Guido Mariani, Mailand.



2. Schritt: das Gummimodell
2. Schritt: Das Gummimodell

Auf das Urmodell wird in mehreren dünnen Schichten Silikon aufgetragen. Es entsteht das sogenannte "Gummimodell". Dieses kann nur wenige Male verwendet werden, da durch den Gießvorgang die Form rissig und somit unbrauchbar wird.




3. Schritt: Schamotte

Das Wachsmodell (für jede produzierte Figur muss ein eigenes angefertigt werden) enthält Kern und Mantel aus Gips und Schamotte. Ein eisernes Skelett und veritable Nägel stützen den entstandenen Formblock, den nun für eine Woche in einem ummauerten Ofen erhitzt wird. Langsam und allmählich schmilzt das Wachs (daher Wachsausschmelzverfahren).


Der Bronzeguss
4. Schritt: Der Bronzeguss

Seltsam kurz und dennoch hochdramatisch ist der Guss. Die flüssige Bronze, ihre Temperatur beträgt 1000 - 1200 Grad Celsius, wird in einem fast weißglühenden Keramiktiegel von zwei Männern in Schutzkleidung mit einer doppelgriffigen Zange genau über den Gusstrichter gelenkt. Sie kippen den Tiegel vorsichtig an und schon rinnt die feurige Schmelzmasse in die Form.



Die Entkratung
5. Schritt: Die Entkratung

Der Guss ist beendet, wenn der Bronzepegel im Trichter sichtbar wird. Nach etwa 20 Minuten ist die Bronze (je nach Volumen) soweit abgekühlt, dass der Gusskasten geöffnet und, nach völliger Abkühlung, der Schamottemantel mit Schlägen entfernt werden kann.



6. Schritt: Feinarbeit

Jetzt beginnt die langwierige Feinarbeit des Ziseleurs. Mit Meißel, Feile und Punzen wird der Rohling ausgearbeitet. Alle Arbeitsgänge, wie Schleifen, Schweißen, Feilen, etc. erfolgen in reiner Handarbeit, da keine Maschine die Hand des Kunsthandwerkers ersetzen kann.


Die Patina
7. Schritt: Die Patina

In mehreren Arbeitsgängen werden Laugen in unterschiedlichen Mischungsverhältnissen aufgetragen. Ein Finish, als ob die Skulptur bereits mehrere Jahre in freier Natur gestanden hätte, ist das Ziel der von der Firma Patric Rottenecker entwickelten und geheimgehaltenen Patinierung. Durch gekonntes Bürsten und Schleifen erhält sie schließlich die endgültige Oberflächenstruktur.



8. Schritt: Fertigstellung

Eine spezielle Schutzschicht sorgt dafür, dass der natürliche Alterungsprozess, bei Standorten im Freien, nicht fortschreitet. Diese umgibt die Skulptur vollkommen und verhindert jegliche weitere Veränderung, bewiesen durch Testes in der Wetterkammer.


Die Figuren werden von folgenden Künstlern entworfen:

Guido Mariani

Als Sohn eines bedeutenden Bildhauers in Monza hat Guido Mariani bereits in jungen Jahren die Leidenschaft am Gestalten entdeckt.
Nach dem Besuch der Kunstschule „Villa Reale“ in Monza beginnt der junge Künstler zunächst im sakralen Bereich.
Eine Vielzahl von lebensgroßen Figuren, die Plätze und Bauwerke in vielen Städten Europas zieren, zeugen von der wachsenden Beliebtheit des Meisters.
Der reife Künstler schließlich wendet sich auch der Interpretation weiblicher Schönheit zu.
Wundervolle Arbeiten lassen den Betrachter erkennen, dass Schönheit nie versiegt.
Wir finden sie verwirklicht in der Anmut und dem weiblichen Stolz, von dem seine Arbeiten beseelt sind.
Sein Studio hat der Künstler heute in Mailand.

Olga Schapawalowa

Ihre Begabung war bereits in frühesten Jahren zu erkennen. Schon in der Schule hat niemand an Olgas Berufswahl gezweifelt.
Nach ihrem Schulabschluss erhielt sie ihre erste Anstellung als Bühnenbildnerin am Staatlich Akademischen Hansa-Theater aufgrund der von ihr vorgelegten Bilder und Skizzen.
Während mehr als 20 Jahren war sie an sämtlichen Theateraufführungen und Regierungskonzerten beteiligt.
In ihrer Freizeit gehört das Malen für sie zum Leben wie das Atmen.
Von 1984 – 1989 hat Olga Schapawalowa ein Fernstudium für Kunstgrafik am Staatlich Pädagogischen Institut in Taschkent absolviert und erhiel ein Diplom mit Auszeichnung.
Sie war die einzige Studentin, deren sämtliche Werke, welche während der Studienzeit für den Unterricht entstanden waren, sowie ihre 12 Illustrationen aus ihrer Diplomarbeit für das Buch der Gebrüder Strugazki „Montag fängt am Samstag an“ vom Institut einbehalten wurden.
Das Institut hat diese für sich beansprucht, mit der Begründung, das seien die besten Werke, die je in diesen Wänden entstanden sind.
Mit Hilfe von Karl Unverzagt konnte Olga Schapawalowa bereits 5 Ausstellungen in Deutschland realisieren.

Christina Hanf

Freischaffende Designerin, Malerin und Bildhauerin, Teilnahme an internationalen Ausstellungen und Messen in Deutschland, Niederlande und Hongkong.
1972 – 1987 freischaffende Designerin in Bonn.
1987 – 1997 Designerin in China und Hongkong.
Seit 1998 freischaffende Malerin und Bildhauerin in Rheinbreitenbach.
Für sie bedeutet Kunst, sicher Geglaubtes zu hinterfragen und Vertrautes neu zu erleben.

Pietro Zegna

Ein poetischer Bildhauer und Künstler, der seine strenge und ruhige Geschicklichkeit, wie "Hefe in einer Schüssel" einsetzt und die Skulptur entstehen lässt.
Dies ist eines der Geheimnisse von Pietro Zegna, der von sich selbst sagt, dass dort, wo die dramatische, innere Vernunft die tiefe Wahrheit begreifen kann, die Skulptur als Ausdruck der Realität steht.
Ein begnadeter Gestalter, der die Schönheit der Worte nicht minder liebt.
Er studiert die Bildhauerei und spricht von seinen Lehrern noch heute mit zärtlicher Bewunderung, denn in Ihnen sieht er den Ursprung seiner Leidenschaft für diesen Beruf.
Als stilbildender Künstler genießt er heute internationales Renommee.
Die Kunstobjekte des ungemein vielseitigen Künstlers wurden in vielen Galerien und Kunstausstellungen gezeigt.

Pflege der Bronzeskulpturen

Bronzeskulpturen und Produkte aus Naturstein (Schalen, Brunnen und Vogeltränken) sind bei richtiger Pflege frostsicher und können im Winter im Freien verbleiben. Sie sollten jedoch unbedingt das Wasser aus den Wasserleitungen bzw. Auffangbecken entleeren und ggf. die vorhandene Pumpe frostsicher lagern. Für Frostschäden, die durch stehendes Wasser entstanden sind, kann keine Gewährleistung übernommen werden.

Alle Produkte aus Bronze sind zur Unterstreichung der künstlerischen Wirkung mit einer Patina versehen, die zudem das wertvolle Objekt vor Witterungseinflüssen schützt.
Dennoch hat Bronze die Eigenschaft sich im Laufe der Zeit dunkel oder grün zu verfärben. Zusätzlich treten - beim Betrieb als Wasserspeier - Kalkablagerungen auf, die je nach Härtegrad des Wassers stärker oder schwächer ausfallen können.
Um diesen optischen Veränderungen vorzubeugen und die Schönheit der Skulptur über viele Jahre zu erhalten, empfehlen wir daher, zweimal im Jahr den abgelagerten Schmutz und Kalk zu entfernen.

Pflegeanleitung:

Skulptur mit wenig Feinwaschmittel und einer weichen Haushaltsbürste abwaschen. Kalkablagerungen mit der Messingbürste vorsichtig entfernen.
Nach gründlichem Nachspülen mit klarem Wasser, die Bronze abtrocknen. Anschließend mit Bronzonet-Pflegespray konservieren und mit dem Poliertuch nachpolieren.
Bitte beachten Sie, dass Sie die Reinigung und Konservierung mit Pflegewachs nur bei guter Witterung durchführen.

Copyright Bilder und Information: mit freundlicher Unterstützung von Patric Rottenecker GmbH